Wir erinnern auch in diesem Jahr: 10 neue Stolpersteine verlegt

Zwei Tage des Erinnerns, der Begegnung und des gemeinsamen Gedenkens prägten den 06. und 07. Mai 2026 in Eberswalde. Gemeinsam mit Angehörigen aus Israel, Kanada und Australien wurden zehn neue Stolpersteine am Marktplatz, im Leibnizviertel und vor dem Mühlbachhaus verlegt.

Bereits am Vorabend wurden die angereisten Familien beim Empfang des Bürgermeisters willkommen geheißen. Bei gemeinsamen Gesprächen und einem Rundgang durch die Stadt entstanden viele bewegende Begegnungen rund um die Geschichte jüdischen Lebens in Eberswalde.

Am 07. Mai begleiteten die Angehörigen sowie zahlreiche Gäste die feierliche Verlegung der Stolpersteine. Besonders bewegend war die Teilnahme des 95 jährigen Yehuda Gruber, der als Kind 1938 mit seiner Familie aus Eberswalde fliehen musste. Für Yehuda Gruber, seinen Bruder Theodor Gruber, später Tuvia genannt, sowie für seine Eltern Friedel und Jakob Gruber wurden Stolpersteine in der Robert Koch Straße verlegt.

Ebenso nahmen Kinder und Enkel von Greta Eisfelder sowie Dagmar Snyder, beide geborene Katschinski, an der Verlegung teil. Für Greta und Dagmar sowie ihre Eltern Leo und Hilde Katschinski wurden Stolpersteine am Marktplatz gesetzt. Die Begegnungen mit den Familienangehörigen machten deutlich, wie wichtig das Erinnern auch über Generationen hinweg bleibt.

Vor dem Mühlbachhaus wurde außerdem an Maria von Ploennies und Charlotte Liebig erinnert.

Schülerinnen und Schüler des Alexander von Humboldt Gymnasiums verlasen an den drei Verlegeorten zweisprachig die zuvor erarbeiteten Biografien der Verfolgten und machten ihre Geschichten für alle Anwesenden eindrucksvoll hörbar.

Der gemeinsame Abschlussabend „Remembering Together“ wurde von Schülerinnen und Schülern der Freien Montessori Schule Barnim gestaltet. Mit einer Ausstellung, Filmvorführungen und Projektpräsentationen zeigten sie eindrucksvoll, wie lebendig Erinnerungskultur durch junge Menschen weitergetragen werden kann.

Unser herzlicher Dank gilt allen angereisten Angehörigen, den engagierten Schülerinnen und Schülern der Freien Montessori Schule Barnim sowie des Alexander von Humboldt Gymnasiums, den beteiligten Lehrkräften und Verantwortlichen beider Schulen, der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, dem Kulturamt Eberswalde für die hervorragende Organisation sowie Globus Naturkost Eberswalde, der Bäckerei Wiese und der Sparkasse Barnim für die Unterstützung.

Die Verlegung der Stolpersteine hat erneut gezeigt, wie wichtig gemeinsames Erinnern und persönliche Begegnungen für eine lebendige Erinnerungskultur in unserer Stadt sind.

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